Volker Plass: “Die grünen Kiwis kommen und machen Funktionäre nervös”

15. April 2009 | Von clows | Kategorie: Weltnachrichten

Im aktuellen Standard schreibt der grüne Wirtschaftssprecher Volker Plass über die Grünen Vorwahlen:

Wer auf der Website der Wiener Grünen seiner Sympathie mit der Partei Ausdruck verleihen will, hat die Wahl zwischen Zitron, Kirsch und Kiwi.

Während eifrige Menschen vom “Typ Zitron” zur Mitarbeit an konkreten Grünen-Projekten eingeladen werden und ideologisch gefestigte “Kirsch-Typen” gleich Parteimitglied werden können, wird den “Kiwis” eine relativ entspannte Beziehung zu den Grünen nahegelegt: “Du willst uns moralisch und eventuell auch finanziell unterstützen, ohne einen Finger zu rühren und ohne der Partei beizutreten. Du solltest Unterstützer/in werden.”

Dieser Einladung wollen seit vergangener Woche einige hundert Wiener folgen. Aus gutem Grund. Was nämlich auf der grünen Website nicht gleich verraten wird, aber im Kleingedruckten des Parteistatuts geschrieben steht: Als registrierter “Unterstützer” erwirbt man das Privileg, im November die Kandidatenliste der Wiener Grünen für die Gemeinderatswahlen mit zu bestimmen. Obwohl dieses Überbleibsel aus der Gründungszeit der Alternativbewegung Basisdemokratie genannt wird (einer der sechs “Grundwerte” der grünen Partei), wurde dieses Recht bisher hauptsächlich von überschaubaren “Freundeskreisen” amtierender Abgeordneter genützt.

Wer sind diese Leute?

Das soll sich jetzt ändern. Eine kleine Gruppe rund um den in der Internetszene bekannten Blogger Helge Fahrnberger hat begonnen, auf der Website www.gruenevorwahlen.at andere Grün-Sympathisanten zu reger Teilnahme an dieser Listenwahl aufzurufen: Gemeinderäte und Parlamente seien voll von Abgeordneten, “die an den Wählerinnen und Wählern vorbeigeschummelt worden sind” , heißt es auf der Homepage der Proponenten. Und: “Wer sind diese Leute eigentlich? Und wofür stehen die überhaupt? Wir wollen mitbestimmen, wer uns vertreten wird!”

Nicht einmal ein Barack Obama hätte in der österreichischen Funktionärsdemokratie Chancen gehabt, an wählbarer Stelle gereiht zu werden, meint der in der Szene prominente Autor Klaus Werner-Lobo, der die Grünen sanft zur Öffnung und stärkeren Einbeziehung ihrer Wähler zwingen will. Weiterlesen…

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