Clows

Katholischer Bischof im Kreuzzug gegen Clown

Nach dem Mordversuch und mehreren Moddrohungen gegen den Anarchoclown Leo Bassi durch christliche Fundamentalisten legt die katholische Kirche Spaniens nun ein Schäuferl nach: In seiner Sonntagspredigt wütete der Erzbischof von Toledo, Antonio Cañizares, gegen den Künstler und bezeichnete dessen Aufführung “La Revelación” als “wahrhafte Beleidigung der Kirche” und “Attentat gegen die Religionsfreiheit”. Leo Bassi verteidigt in seinem Stück allerdings die Freiheit des Denkens und der Rationalität gegen die Macht der Kirchen, Sekten und Obskurantisten. Diese Macht demonstriete sich in Toledo erneut: Der Bürgermeister entzog dem Theaterfestival, in dessen Rahmen Bassi auftreten sollte, umgehend alle Subventionen.

In seiner heiligen Messe ermutigte der Erzbischof seine Schäfchen indessen zum Kreuzzug gegen den Clown: ohne den Respekt gegenüber dem “was uns am Heiligsten ist gibt es keinen Frieden”, sagte der Gottesmann.



Im Namen Gottes

In Madrid fuehrt seit einigen Wochen der Anarchoclown Leo Bassi sein kirchenkritisches Stueck “La Revelación” (Die Offenbarung) auf. Er nimmt darin die Kirche, Sekten und obskurantistische Gruppen aufs Korn, indem er sich zum Beispiel als Papst Benedikt verkleidet für die Millionen Aidstoten entschuldigt, die die Kirche durch ihr Kondomverbot provoziert. Christliche Gruppen organisierten daraufhin mit Unterstützung der Amtskirche Demonstrationen um das Stueck verbieten zu lassen und reichten gerichtliche Klagen wegen Blasphemie ein. Nicht nur das: Bassi wird seit Wochen mit Morddrohungen überhäuft.

Gestern legte einer der Terrorchristen eine Brandbombe in der Garderobe des Madrider Theaters Alfil und riskierte damit den Tod von über 200 Menschen. Der Zünder der Bombe konnte in letzter Minute gelöscht werden. Auf www.leobassi.com finden spanische StaatsbuergerInnen ein Formular, das beim Kirchenaustritt hilft. In Österreich kann man das hier machen, Infos für den deutschen Sprachraum gibt es hier.



schwein gehabt

die letzten tage war ich mit meinem freund philipp auf der wunderschönen ilha grande und hab dort einen spaziergang quer über die insel zu den überresten des alten gefängnisses gemacht, in dem während der militärdiktatur politische gefangene und bis in die neunziger jahre schwerverbrecher interniert waren.

auf dem rückweg wär ich fast auf eine schlange draufgestiegen, die ich dann fotografiert und heute über sie ein bisschen recherchiert habe:

“das gift der coral attackiert das zentralnervensystem und tötet fast immer”, heißt es da. “die schlange ist aber nicht so gefährlich, weil sie sich nicht zum angriff vorbereitet. ihre opfer sind vor allem kinder die barfuss gehen”. oder so wahnsinnige wie ich, die das im urwald auch gerne tun.



Caetano e eu

Heute endlich wieder mal mit Caetano Veloso über die alten Zeiten geplaudert.



Clandestino

Was mir nicht gelungen ist, hat der Muamba wiedermal geschafft: Mit einem bühnenreifen Auftritt in der Botschaft die Autoritäten verwirrt und mir ein Visum verschafft. Ich bin jetzt legal!

Ai que saudades!!!



Andererseits ist nicht mal der von mir

“Wenn einer einen Satz mit ‘einerseits’ anfängt, vergiss ihn.” Klaus Sochatzky

(Sochatzky, 1921-1991, war Soziologieprofessor in Frankfurt, ungebildetes Gesocks! Und Schiller…ach vergesst es, denkt lieber über den Satz nach.)



Könnte von mir sein, ist aber von Schiller

“Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.” Friedrich Schiller, 1795



Axé

heute nacht hat mich márcio auf eine macumba mitgenommen - ein ritual der afrobrasilianischen religion candomblé. der candomblé wurde von afrikanischen sklavInnen überliefert und ist zum unterschied von christlich/jüdisch/islamischen traditionen nichtautoritär und diesseitsgewandt - so ist zum beispiel das repressive konzept der sünde unbekannt. ziel ist im wesentlichen, von den orixás, den griechischen göttern vergleichbare mächte, durch rituale die universalenergie axé zu erlangen. axé ist der luftstrom des lebens, ähnlich dem fernöstlichen “chi”, mit dem etwa die traditionelle chinesische medizin oder lehren wie reiki, chi gong etc. arbeiten.
bis acht uhr früh wurden mit tänzen, trommeln, gesängen und afrikanischem essen vor allem der orixá der krankheiten und heilkunst obaluayiê gefeiert, dessen gesicht und körper unter einer maske und kutte aus stroh verborgen ist. frauen in weiß tanzten sich in trance und empfingen den “axé” von den göttern, um ihn an die umstehenden weiterzugeben. dennoch wäre ich vor erschöpfung fast umgekippt, währenddessen steinalte frauen stundenlang exzessiv abtanzten.



wohin wir gehen

wandern ist sehr wichtig. mein großvater begann schon früh zu wandern. heute ist er über hundert und niemand weiß wo er ist.



Wie Tanzen funktioniert

Der Tausendfüßler ging fröhlich seines Weges; als er gefragt wurde, wie er es schaffte, die Bewegungen seiner tausend Füße zu koordinieren, dachte er darüber nach und war daraufhin nicht mehr imstande zu laufen.