Beiträge zum Stichwort ‘ Gesagt ’

Wie ich zur fama sanctitatis der seligen (cand.) Zita beitragen konnte

Die Erzdiözese Wien bittet in einer Aussendung um Informationen, die die etwas zum Seligsprechungsverfahren für die letzte österreichische Kaiserin und Königin von Ungarn, Zita von Bourbon-Parma (1892-1989), beitragen können. Alle Personen, denen zum Leben, zum Ruf der Heiligkeit oder den Tugenden der Dienerin Gottes etwas bekannt ist, werden gebeten, dies dem Postulator der Seligsprechung bekannt zu geben.

Da will man natürlich mithelfen. Also schrie ich meinem Sohn, der die ganze Nacht unter Verdauungsproblemen gelitten hatte, drei Mal “Zita! Zita! Zita!” entgegen. Er erzitterte - und ließ einen prächtigen Stuhlgang ab. Also rief ich bei der angegebenen Telefonnummer an, wo man mich bat, die Wunderheilung für das Beweisverfahren schriftlich zu übermitteln. Also schrub ich:

Sent: Friday, February 12, 2010 12:10 PM
Subject: wunderheilung

sg. damen und herren,
ein wunder ist geschehen: mein acht wochen alter sohn hatte die ganze nacht verstopfung, bis ich heute früh dreimal “zita! zita! zita!” schrie. und siehe da: die verstopfung löste sich und er konnte seinem verdauungsprozess freien lauf lassen.
es würde mich sehr freuen wenn diese wunderheilung zur seligsprechung von kaiserin zita beitragen kann und ich bin diesfalls gerne bereit sie auch öffentlich zu bezeugen. bitte um entsprechende mitteilung!
gepriesen sei der herr, die frau und der sohn
klaus werner-lobo

Bereits nach wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort:

Lieber Herr Werner-Lobo

Ich danke vielmals, daß Sie mir, nach dem Anruf, auch Ihr Zeugnis schrieben konnten.

Ich glaube nicht, ob dieser Fall als Wunder für die Seligsprechung fungieren könnte, aber für die fama sanctitatis, bestimmt ! In der Tat sind es sehr viele Kriterien vorausgesetzt, um ein Prozeß für ein Wunder eröffnen darf. Aber ich behalte sorgfältig Ihren Fall für die Beweise nach der fama sanctitatis (Ruf von Heiligkeit), denn es ist bestimmt eine schöne Gnade, die Sie duch die Fürsprache der Dienerin Gottes ja erlebt haben.

Wenn Sie möchten, geben Sie mir Ihre Adresse, so daß ich Ihnen ein Bild der Kaiserin zuschicken lasse (derzeit nur auf Französisch, aber bald auf Deutsch erhältlich).

In beato Carolo de Austria et Dei serva Zita

M. xxxxxx †

Es freut mich immer, nützlich sein zu können.



Sehnsucht

heiniSeit dem Schwarzbuch Markenfirmen werde ich immer wieder gefragt, ob ich auch “gute” Firmen empfehlen könne. Warum das nicht geht, steht hier. Eine Lieblingsfirma habe ich aber: Den Schuh- und Möbelhersteller GEA. Deren Gründer Heini Staudinger widmet sein Leben nicht nur der Schaffung hochqualitativer Produkte und Arbeitsplätze, sondern auch dem Nachdenken über neue, andere, bessere Formen des Wirtschaftens und Lebens. “Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann” - dieser Satz beschreibt wohl am besten die aufgeschlossene, quirlige und lebensbejahende Denk- und Schaffensfreude meines Freundes.

brennstoff19Wirtschaft kommt von “Werte schaffen”, und genau das tut Heini - zum Beispiel auch mit der von ihm herausgegebenen Zeitschrift brennstoff. Für den letzten brennstoff (pdf) hat Heini mich und ein paar andere eingeladen, ein paar Zeilen über unsere Sehnsüchte zu schreiben. Hier meine Antwort:

Meine größte Sehnsucht ist die Sehnsucht nach Freiheit: Die Freiheit, zu kommen, zu gehen oder zu bleiben, egal wo, wie und mit wem zu leben, ohne die Freiheit oder Sicherheit anderer zu gefährden. Denn Freiheit braucht auch die Sicherheit, das eigene Leben ohne Bedrohung durch andere oder durch wirtschaftliche oder gesellschaftliche Zwänge gestalten zu können. Sie braucht Solidarität, Geschwisterlichkeit und den Respekt vor Vielfalt und Einzigartigkeit.

Freiheit bedeutet auch die aktive Überwindung von Grenzen - nicht nur der Grenzen zwischen Ländern oder sozialen Klassen, sondern vor allem der Grenzen im Kopf. Der Begrenztheit, die wir uns durch Erziehung, Bequemlichkeit und Ängstlichkeit auferlegen. Letztlich also die Überwindung der Angst schlechthin. Frei ist nur, wer die Angst verliert - auch die Angst vorm Verlieren.



Hey Presse, da geht noch was

In der morgigen Ausgabe der Presse kommentiert Rainer Nowak die KandidatInnenliste für die Grüne Landesversammlung. Der Artikel beginnt ambitioniert (”Politiker kommen und gehen”), ist aber dann teilweise lückenhaft. Ich bemühe mich als Lückenfüller:

Wiener Grüne: Ein Linksruck geht immer. Da geht noch was, wohingegen ein weiterer Rechtsruck bei SPÖ, ÖVP und FPÖ kaum vorstellbar ist.

Im Bild Links: Vassilakou © Die Presse

Politiker kommen und gehen, die Basis bleibt am Abend  zu lange auf, aber dazu komme ich noch. Am Sonntag werden die Wiener Grünen im schmucken Austria Center und nicht wie bisher bei den Fröschen in der Lobau eine ihrer legendären - um nicht zu sagen: gefürchteten - Landesversammlungen abhalten, bei denen das liebste Spiel der Basis geboten wird: Kandidatenlisten erstellen und so demokratiepolitischer Kinderkram, im Konkreten für die Wien-Wahl 2010. Die bei vergleichbaren Landes- und Bundesversammlungen zugefügten Niederlagen sind Legion und die Basis ihre Legionäre, falls wer versteht was ich meine, mir doch wurscht, auch diesmal dürfte wieder der eine oder andere Prominente einen Korb der Basis bekommen: Den sogenannten Basiskorb, gefüllt mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln, auch cesta básica genannt. Die ist diesmal besonders unberechenbar randvoll, zur Abstimmung sind nicht nur 1500 Mitglieder – die sonntags gerne später kommen, aber dafür dann umso länger bleiben – zugelassen, sondern auch 450 „Unterstützer“ Fremdenlegionäre. Die hatten durch großzügige Statuten via Internet (sogenannte Meerschweinchenstatuten) für neue Kandidaten statt des alten FunktionärsLegionärswesens mobil gemacht. Insgesamt bewerben sich Kandidaten um 36 Listenplätze – bei der vergangenen Wahl schafften die Grünen nur 14 Mandate, also rund 15 Prozent, da geht noch was! Auf Platz eins kandidiert Klubchefin Maria Vassilakou, hinter ihr der nicht einmal amtsführende Stadtrat David Ellensohn, dann folgt das erste harte Match: Planungssprecherin Sabine Gretner tritt unter anderem gegen Urgestein Monika Vana an und hat seitdem eine gebrochene Zehe. Danach drängen Quereinsteiger nach, bangen vor meinen petrologischen Geistesblitzen müssen möglicherweise Christoph Chorherr, immerhin ist der Typ schon doppelt so lang da wie Vana, also pass aufwär ja nicht zum ersten Mal – und etwa Martin Margulies, weil für den fällt mir auch noch was ein.

Während die ersten vier Plätze einzeln gewählt werden, wird danach in Blöcken zu je vier Plätzen gestimmt. Die Kandidaten können ohne dass ich mich da einmische selber bestimmen, ab welchem Platz oder für welchen Block sie kandidieren wollen. Ab dem vierten Platz tritt Regisseur Peter Kern an, der Kulturstadtrat werden will und zuletzt mit dem provokanten Film „Blutsfreundschaft“ für Aufsehen gesorgt hat. Nach ihm steht einer auf die Liste, der Globalisierungsgegner auf der Straße mit so Sprüchen wie “Wien muss Weltstadt werden” anspricht und – zumindest an der Oberfläche, wenn nicht sogar im Untergrund Internet – weiter links als viele Gemeinderäte der SPÖ, aber sogar von Bonzenschreck Harry Himmer steht: Klaus Werner-Lobo, bekannt durch das „Schwarzbuch Markenfirmen“. Wiens Grüne gelten nicht erst seit dem vehementen Protest gegen Schwarz-Grün 2002 als prononciert links, sondern schon seit, äh, egal. Daran dürfte sich nicht viel ändern, bitte.



Politik

“Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.” Max Weber



Andererseits ist nicht mal der von mir

“Wenn einer einen Satz mit ‘einerseits’ anfängt, vergiss ihn.” Klaus Sochatzky

(Sochatzky, 1921-1991, war Soziologieprofessor in Frankfurt, ungebildetes Gesocks! Und Schiller…ach vergesst es, denkt lieber über den Satz nach.)



Könnte von mir sein, ist aber von Schiller

“Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.” Friedrich Schiller, 1795



wohin wir gehen

wandern ist sehr wichtig. mein großvater begann schon früh zu wandern. heute ist er über hundert und niemand weiß wo er ist.



Wie Tanzen funktioniert

Der Tausendfüßler ging fröhlich seines Weges; als er gefragt wurde, wie er es schaffte, die Bewegungen seiner tausend Füße zu koordinieren, dachte er darüber nach und war daraufhin nicht mehr imstande zu laufen.



liberdade e segurança

Mãe e filha estavam caminhando pela praia.
Num certo ponto, a menina perguntou:
- ” Como se faz para manter um amor ? ”
A mãe olhou para a filha e respondeu:
-” Pegue um pouco de areia e feche a mão com força…”
A menina assim fez e reparou que quanto mais forte apertava a areia coma mão, com mais velocidade a areia escapava.
-” Mamãe, mas assim a areia cai !!! ”
-” Eu sei, agora abra completamente a mão…”
A menina obedeceu mas veio um vento forte e levou consigo a areia que restava em sua mão.
- ” Assim também não consigo mantê-la em minha mão!”
A mãe, sempre a sorrir disse-lhe:
-” Agora pegue outra vez um pouco de areia e
deixe-a na mão semi-aberta como se fosse uma colher… bastante fechada para protegê-la e bastante aberta para lhe dar liberdade.”
A menina experimenta e vê que a areia não escapa da mão e está protegida do vento.
-” É assim que se faz durar um amor”.



frei haben

gestern fragte mich eine ob ich noch frei sei…ich sagte ja
dann fragte mich eine ob ich noch zu haben sei…ich sagte nein